Ein altes Geheimnis

Illustration Kapitel 3 / Illustration Chapter 3Saebi fragt Ihren Vater: “Warum weinst Du denn?” Der Vater antwortet tief traurig: “Jetzt wird sich alles verändern.” Saebi schaut Ihn erschrocken an: “Wieso alles verändern?” “Diese Träume von den Krähen”, bringt Ihr Vater zwischen zwei Schluchzern hervor, “diese Träume, so fing es…so find es damals an, damals, als Deine Mutter noch lebte. Ich dachte mit Ihrem Tod sei vorbei, ich ahnte nicht das es wieder weiter gehen würde. Sie hat einen langen Kampf gekämpft, doch am Ende hat sie Ihn verloren.” “Sie ist doch an einer schweren Krankheit gestorben”, meint Saebi. “Das ist die offizielle Variante, aber die Wahrheit ist, das sie gegen einen mächtigen Zauberer gekämpft hat, der die Herrschaft über alle Inseln übernehmen wollte. Ich dachte er wäre mit Ihr gestorben, sie hätte sich für die Inseln geopfert.” “Das glaube ich Dir nicht Vater. Zauberer gibt es nur in Märchen, die gibt es nicht wirklich.” “Und diese Träume….diese Träume”, fragte der Vater. “Ja”, meint Saebi, “ich hatte im Frühjahr schon einmal einen solchen Traum, jetzt erinnere ich mich.” “Wann?” fragt der Vater. “Kurz nachdem der Winter gegangen war”, sagt Saebi. “Warum hast Du nichts gesagt?” “Ich,….ich hab es vergessen, war ja nur ein Traum. Und Langolf hat mich jedes Mal geweckt.” “Langolf ist ein guter Wachhund. Er hat auch auf Dich aufgepasst, nicht nur auf die Schafe. Du musst hierbleiben, ich kann Dich nicht gehen lassen.” “Aber Vater, ich muss in die Schule. Langolf kann Dich nicht beschützen, wenn Du in der Stadt bist.” “Ich hab ja noch den weissen Vogel”, meinte Saebi. “Den weissen Vogel?” “Ja, da war ein weisser Vogel, der hat die Krähen vertrieben.” “Von so einem Vogel hat Deine Mutter nie erzählt. Du musst hierbleiben. Ich werde Dich unterrichten. Wenn es diesen weissen Vogel wirklich gibt, ist vielleicht noch nicht alle Hoffnung verloren. Wir werden erstmal weitere Traumfänger aufhängen, damit Du hier im Haus sicher und geschützt bist”, entschied der Vater. “Aber”, meinte Saebi. “Kein Aber, die Schule ist erstmal nebensächlich, Du musst wichtigere Dinge lernen. Morgen werden wir zu dem Schrein auf dem Grab Deiner Mutter gehen. Wir müssten etwas holen. Ein Buch. Das Buch Deiner Mutter.”

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