Ein weisser Vogel

Illustration Kapitel 2 / Illustration Chapter 2
Nachdem Saebi in der Nacht keinen weiteren Traum hatte, vergehen die Wochen des Sommers ohne weitere Träume, so dass der erste Traum immer mehr in Vergessenheit gerät. Nun geht es auf den Herbst zu und die Schafe werden für den Winter zusammengetrieben. Auch Saebi macht sich bereit, da sie den Winter bei Ihren Großeltern in der Stadt verbringt und zur Schule geht, während sie den Sommer über bei Ihrem Vater auf der Insel lebt. Morgen soll der Hubschrauber kommen, denn man kann die Insel nur mit Booten und Hubschraubern erreichen, und sie in die Stadt bringen. Nun ist das der letzte Tag auf der Weide und Saebi geniesst den letzten goldenen Herbsttag. Sie beschäftigt sich mit Langolf. Dann schickt sie Langolf an das andere Ende der Weide, da die Schafe dort aus der Herde auszubrechen scheinen, legt sich auf die Wiese und döst so vor sich hin. Ganz plötzlich ist der Himmel schwarz und ein Schwarm Krähen kreist über Saebi. Es werden immer mehr und eine der Krähen, eine besonders Große stürzt hernieder. Saebis Körper erstarrt. Im Traum versucht sie zu schreien Langolf ist am anderen Ende der Weide, sieht es und beginnt zu laufen. Doch die Krähe kommt näher und näher und Saebi sieht den scharfen Schnabel aufblitzen und die Augen sie fixieren, doch sie kann sich nicht bewegen, der Schreck lässt sie erstarren. Vor laut Entsetzen schließt sie die Augen kurz bevor die Krähe sie erreicht hat. Sie hörte einen lauten Knall, doch spürt keinen Schmerz nur einen pfeifenden Luftrausch und einen markanten Ruf, der nicht nach einer Krähe klingt. Vorsichtig öffnet sie die Augen und vor Ihr sitzt ein strahlend weisser Vogel, der in der goldenen Herbstsonne glänzt. Bis auf eine schwarze Wolke am Horizont ist der Himmel blau. Dann leckt irgendetwas Feuchtes Saebis Gesicht und sie hört einen Hund bellen. Sie schreckt auf. Langolf steht vor Ihr. Zuerst ist Saebi wütend das Langolf sie aus dem Traum gerissen hat. Dann sieht sie seine besorgten Augen und nimmt Ihn in den Arm. Den ganzen Nachmittag denkt sie an den weisses Vogel mit dem markanten Ruf und dem markanten Schnabel. Abends beim Abendessen erzählt sie Ihrem Vater von dem Traum von den Krähen. Doch inmitten der Erzählung stockt sie, denn sie sieht Ihren Vater weinen. Sie kann sich nicht erinnern Ihren Vater je weinen gesehen zu haben.

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