Ein erster Traum

Illustration_Kapitel_1
Die Wiesen strahlen in saftigem Grün und ein kleiner Bach plätschert zwischen den einzelnen Felsen vor sich hin. Es ist einer dieser besonders schönen Frühlingstage, an denen die Sonne schon Ihre Kraft entfaltet, aber die Luft sich noch nicht zu trocken, sondern angenehm feucht und warm anfühlt. Auf einer Wiese durch die ein Bach fließt, sind ganz viele kleine weiße Punkte zu sehen, als ob die Sonne noch nicht die Kraft gehabt hätte, die letzten Reste des Winters zu vertreiben. Bei genauerem Hinsehen entpuppen sich die weißen Punkte als Schafe, die von zwei Hunden in Zaum gehalten werden. An dem Bach in mitten der Herde liegt ein Mädchen mit einem Grashalm im Mund auf einem Felsen, starrt in den wolkenlosen Himmel und genießt das leise Plätschern des Baches und die warmen Sonnenstrahlen. Während das Mädchen so daliegt, wird der Himmel plötzlich dunkler und ein eisiger Wind beginnt zu wehen. Am Horizont tauchen ganz viele schwarze Punkte auf und kommen durch den Wind getrieben schnell näher. Das Mädchen bekommt Gänsehaut. Die schwarzen Punkte entpuppen sich als ein Schwarm schwarzer Krähen und sie scheinen nur ein Ziel zu haben, nämlich den Felsen auf dem das Mädchen liegt. Eine der Krähen schärt aus dem Schwarm aus und stürzt in Richtung des Felsen. Da berührt etwas feuchtes die Wange des Mädchens und ein Hund bellt. Da erwacht das Mädchen und sieht Langolf Ihrem treuen Hund direkt in die Augen. Das Mädchen umarmt den Hund und schlingt beide Arme um Ihn. Nach kurzer Zeit schickt sie Langolf wieder an die Arbeit. Er geht ein paar Schritte und dreht sich wieder um. Da ruft das Mädchen: “Es ist alles in Ordnung Langolf”, nimmt sich einen neuen Grashalm und stellt sich auf den Felsen um die Herde zu beobachten. So langsam wird es Abend und sie macht sich daran die Herde einzuzäunen, damit sie in der Nacht geschützt ist und die Hunde, auch wenn sie die ganze Nacht bei der Herde bleiben, sich ein bisschen ausruhen können. Sie nimmt Ihren Stock und macht sich auf den Weg zu der Hütte Ihres Vaters. Schon von weiten riecht sie den Geruch Ihrer Lieblingssuppe und beeilt sich nach Hause zu kommen. “Hallo Saebi”, sagt Ihr Vater, “das Essen steht schon auf dem Tisch.” So sitzen sie wie immer Abends gemeinsam am Tisch und essen Suppe. Durch die Wärme des Feuers vergisst Saebi ganz was an diesem Tag passiert ist und erst als sie in Ihrem Zimmer im Bett liegt, fällt es Ihr wieder ein und sie wünscht sich das Langolf bei Ihr wäre. Dann denkt sie für sich: “Ach was, es war doch nur ein Traum.” Bevor sie sich schlafen legt, hängt sie sich noch einen Traumfänger vor das Fenster Ihres Zimmers.

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